Feministische Workshop Reihe

Zur Sprache kommen: Frauen schreiben Geschichte*n

Zur Sprache kommen: Frauen schreiben Geschichte*n: Feministische Workshops für Autorinnen und Interessentinnen.

Das Projekt ergibt sich aus der Nicht-Sichtbarkeit von Frauen und Autorinnen. Insbesondere Schriftstellerinnen/Künstlerinnen und ihre gesellschaftskritischen Werke sind von Ausschluss betroffen, feministische Sichtweisen und Themen existieren im öffentlichen Diskurs kaum.

Programm 2023

Feministische Perspektiven sind im öffentlichen Diskurs kaum sichtbar. Die ≠igfem-Workshopreihe Zur Welt kommen – zur Sprache kommen soll einen feministischen Denk- und Sprechraum öffnen, in welchem diese thematisiert, diskutiert und reflektiert werden können. Wir freuen uns, 2023 gleich mehrere spannende Workshops anbieten zu können:

Weibliche Autorinnenschaft und Rezeption

Veronika Schuchters Workshop »Weibliche Autorinnenschaft und Rezeption« soll den Teilnehmer*innen einen Überblick über die Bedeutung(en) des Geschlechts in der Literatur und im Literaturbetrieb vermitteln. Dabei werden die historischen Entwicklungen weiblicher Autor*innenschaft, sowohl international als auch mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum, ebenso thematisiert wie aktuelle Debatten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rezeption weiblicher und männlicher Autor*innenschaft in den Medien und behandelt die im Literaturbetrieb für Männer und Frauen herrschenden Regeln sowie die Inszenierung und Bewertung von Autorinnen und Autoren. 

Mag. Dr. Veronika Schuchter ist Senior Scientist am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck, Literaturkritikerin und freie Lektorin. Aktuell erschienen ist »Das Geschlecht der Kritik. Studien zur Gegenwartsliteratur.« (2021), welches Veronika Schuchter gemeinsam mit Peter C. Pohl herausgegeben hat.

Termin: September 2023

Schriftstellerinnen im Spiegel der Jahrhunderte: Vom Seifenrezept über Liebeslyrik zum politischen Statement

Der Workshop »Schriftstellerinnen im Spiegel der Jahrhunderte: Vom Seifenrezept über Liebeslyrik zum politischen Statement«von Elisabeth Hafner informiert über die Traditionslinien schreibender Frauen, ihre Arbeitsbedingungen, damit verbundene Grenzen und Beschränkungen und ihr Selbstverständnis. Diskutiert werden etwa die ersten schriftlichen Zeugnisse schreibender Frauen, die Bildungssituationen von Mädchen und Frauen und die Stellung der Frau in den Gesellschaften. Zuletzt werden die politischen Schriften feministischer Autorinnen mit den Positionen und Strategien feministischer Malerinnen verglichen.

Elisabeth Hafner ist Autorin für Lyrik und Kurzprosa.

Termin: Frühsommer 2023

Divergierende feministische Strömungen

In den Frauenbewegungen kristallisierten sich verschiedene Ansätze zu feministischen Politikformen und -inhalten heraus: liberale vs. sozialistische vs. radikal-kulturelle vs. poststrukturalistische Feminismen, die widersprüchlich verschränkt bis heute in diversen Kontexten Geltung beanspruchen. In Paradigmen übersetzt, geht es in der feministischen Ideengeschichte kursorisch formuliert um Egalitäts- und Differenztheorien, dekonstruktive und Konstruktionstheorien etc., die jeweils auf unterschiedlichen Geschichts-, Gesellschafts-, Geschlechts- und Weltbildern aufbauen. Im Rahmen des Workshops »Divergierende feministische Strömungen« von Birge Krondorfer werden diese konträren Annahmen, Herausbildungen und sozialen Effekte dargestellt und debattiert. 

Birge Krondorfer ist politische Philosophin, Lehrbeauftragte inter-/nationaler Universitäten, Erwachsenenbildnerin, Vorständin der Frauenhetz und Trägerin des Käthe-Leichter-Preises für Frauenforschung 2009. http://birgekrondorfer.net/

Geschlechtergerechte Sprache

Versteht man Sprache als „Haus des Seins“, so wird ersichtlich, wie wesentlich sie für unsere Existenzweise ist. Sprache ist Verstehen von Anderen aber auch des eigenen Selbst, Welterschließung und -gestaltung zugleich. Als symbolische Ordnung hängen Sprache und Geschlecht selbstredend zusammen. Deshalb ist es essenziell, darüber zu sprechen, wie geschlechtliche, nach wie vor hierarchisch strukturierte Unterschiede sprachlich repräsentiert werden. Im Workshop »Geschlechtergerechte Sprache«, welcher ebenfalls von Birge Krondorfer gehalten wird, werden die unterschiedlichen Perspektiven der letzten 40 Jahre zu diesem umstrittenen Thema referiert und diskutiert.

Literarisches Feld: Fakten, Einsichten und Lösungsansätze

Marlen Schachingers Workshop »Literarisches Feld: Fakten, Einsichten und Lösungsansätze« regt die Teilnehmerinnen dazu an, kreative Lösungen für existente/existenzielle Herausforderungen zu suchen und zu finden: Wie gehen wir damit um, dass Rezensent*innen in bekannten Medien zu  etwa 70% Männer rezensieren? Wie reagieren wir darauf, dass zwei Drittel aller Neuerscheinungen von männlichen Kollegen stammen? Wie verhalten wir uns hinsichtlich des Wissens, dass die Tantiemen für die wenigsten Literat*innen zum Überleben reichen? u.v.m. Der Workshop sucht aktiv nach Lösungen und vermittelt, wie umfassend der Pool an kreativen und innovativen Handlungsmöglichkeiten sein kann. 

Marlen Schachinger ist Autorin, Filmemacherin und Regisseurin. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Lise-Meitner-Literaturpreis (2007), der Niederösterreichischen Kulturpreis (2016) und der Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis (2019) . https://www.marlen-schachinger.com/

Strategien der Kommunikation und Präsentation feministischer Themen im Literaturbetrieb

Frauen kommunizieren anders als Männer – und ihre Positionen erfahren öfter Geringschätzung durch patriarchale Denkmuster, Rhetorik und Strukturen. Dem entgegenzuwirken, braucht es Analysen und Reflexion der eigenen und der patriarchalen Kommunikationsmuster, um Themen sachlich aufbereiten zu können und Deutungshoheit in Diskursen zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird im Rahmen des Workshops »Strategien der Kommunikation und Präsentation feministischer Themen im Literaturbetrieb« von Sandra Weihs das Reden und Auftreten im (feministischen) Literaturkontext in Interviews, Podiumsgesprächen und in verschiedenen Medien sowie in halböffentlichen und privaten Settings analysiert, hinterfragt und geübt. 

Sandra Weihs ist Schriftstellerin und Sozialarbeiterin. Ihr Roman »Das grenzenlose Und« wurde mit dem Jürgen-Ponto-Preis für das beste Debüt ausgezeichnet http://www.sandraweihs.at/

Frauen schreiben im Freiraum. 

Die Literatur- und Medienwelt sind männlich geprägte Domänen. Ein Bildungssystem, das humanistische Bildung fast ausschließlich nach den alten Griechen, dem feudal männlich dominierten Mittelalter und den großen Philosophen eines neuzeitlichen Europas ausrichtet, tradiert ein Frauenbild, das erst durch die #MeToo-Bewegung aktualisiert und hinterfragbar wurde. Trotzdem oder auch gerade deswegen ist es für Frauen wichtig, für sich selbst in dem bestehenden Machtgefüge einen individuell passenden Angelpunkt zu finden, von dem aus sie selbst schreiben bzw. sie sich selbst schreiben und Kunst schaffen bzw. sie sich selbst erschaffen können. Ziel des Workshops »Frauen schreiben im Freiraum« von Eva Surma ist es, gemeinsam die Schreibmotivation zu stärken und einen kontinuierlichen Ausbau der Kreativphasen generierbar zu machen. 

Eva Surma ist Autorin, Sprachtrainerin und Gründerin des Vereins Freiraum und der Frauenberatungsstelle in Leibnitz. http://www.evasurma.eu/

Genauere Informationen zu den Daten der Veranstaltungen folgen gegen Jahresbeginn.

Allgemeine Informationen zu den Workshops

Anmeldung:

  • support(at)igfem.at

Kosten:

  • igfem Mitglieder/UnterstützerInnen erhalten eine Ermässigung, ebenso Personen mit geringem Einkommen. Mindestens ein Platz wird kostenlos vergeben. Bewerbung unter: support(at)igfem.at
  • Anreise und Nächtigung exklusive. Anmeldung ist nach Einzahlung des Workshop Beitrages fixiert:

Stornierung:

  • nur bis 4 Wochen vor Workshop Beginn kostenlos möglich.

Bankverbindung:

  • Erste Bank: IBAN AT632011184146520300 BIC GIBAATWWXXX Kontoinhaberin IG feministische Autorinnen

Rückblick: 2022

Mag.a Dr.in Birge Krondorfer: Zur Sprache kommen

In drei Workshops – Geschichte der Zweiten Frauenbewegung (1), Divergierende feministische Strömungen (2), Geschlechtergerechte Sprache (3) – werden Hintergründe zur Position von Frauen in Kultur und Gesellschaft besprochen: In „Geschichte der Frauenbewegung“ wird die Entwicklung der westeuropäischen Frauenbewegungen nachgezeichnet und diskutiert. In „Divergierende feministische Strömungen“ werden konträre Vorstellungen und widersprüchliche Theorien innerhalb der Bewegungen dargestellt und debattiert. In „Geschlechtergerechte Sprache“ wird über die unterschiedlichen Perspektiven zu der Problematik referiert und gesprochen.

Die Vortragende Mag.a Dr.in Birge Krondorfer, ist politische Philosophin und feministisch tätig.

Ort: In Kooperation mit der Frauenhetz, Wien Daten: 22 .07.2022

Mehr INFOS hier: Zur Sprache kommen Birge Krondorfer

Mag.a Dr. in Marlene Schachinger: Literarisches Schreiben

Teil 1: „Das literarische Feld: Fakten, Einsichten und Lösungsansätze“ Teilnehmerinnen werden angeregt an kreative Lösungen für existente Herausforderungen zu suchen. Als Basis dient die Bestandsaufnahme der Gegebenheiten der Teilnehmerinnen, ergänzt um die Einsichten von 19 Kolleginnen mittels des Films »Arbeit statt Almosen«.
Teil 2: „Literarisches Schreiben: Einblick in das kleine 1×1 der Spracharbeit“. Die Teilnehmerinnen bekommen einen besseren Einblick in die Struktur und es stehen Sprachspiel, Erzählperspektive, Realitätswechsel, Raum, Zeit, Chinesische Kästchen, kommunizierende Röhren, Spannungsbogen, Proustsches Stolpern und Spiegelszenen am Programm.

Die Vortragende, Mag.a Dr.in Marlen Schachinger ist freiberufliche Literatin, Regisseurin und Literaturwissenschaftlerin.

Ort: Laa/Thaya Daten: 02.07.2022, Kosten: € 100,- und 09.07.2022 +10.07.2022, Kosten: € 350,-
Mehr INFOS hier: Workshop: Literarisches Schreiben Marlen Schachinger

Mag.a Dr.in Veronika Schuchter: Weibliche Autor*innenschaft und Rezeption

Unter dem Titel „Weibliche Autor*innenschaft und Rezeption“ werden zwei Workshops angeboten. Der erste Teil, „Was wurde aus Judith Shakespeare“, erarbeitet die historischen Entwicklungen weiblicher Autor*innenschaft, sowohl international als auch mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum und endet bei aktuellen Beispielen und Debatten. Der zweite Teil, „Sie ist die Lieblingsautorin meiner Frau …“, beschäftigt sich mit der Rezeption weiblicher und männlicher Autor*innenschaft in den Medien. Welche Regeln herrschen im Literaturbetrieb für Männer und Frauen? Wie werden Autorinnen und Autoren inszeniert, wie werden sie bewertet?

Die Vortragende, Mag.a Dr.in Veronika Schuchter ist Senior Scientist am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck, außerdem Literaturkritikerin und freie Lektorin.

Ort: Innsbruck, Daten: 02. und 03.09.2022

Kosten: € 200,- UnterstützerInnen/Geringes Einkommen: : Kostenlos

Mehr INFOS hier: Weibliche Autor*innenschaft und Rezeption – Veronika Schuchter

Workshops:

Mag.a Eva Surma: Frauen schreiben im Freiraum

Ziel der Workshop Reihe ist es, gemeinsam die Schreibmotivation zu stärken und einen kontinuierlichen Ausbau der Kreativphasen generierbar zu machen. Es wird hierbei die Freude am schreibenden Frau-Sein zum Ausdruck gebracht aber auch Anregungen geschaffen, diese zu teilen, in Frage zu stellen und zu diskutieren. Der Workshop findet in Leibnitz statt. Es wird demnach auch das Ziel verfolgt, die feministische Szene bei den Teilnehmerinnen und in der Südsteiermark sichtbar zu machen.

Die Vortragende, Mag.a Eva Surma ist universitär ausgebildete Trainerin für Deutsch als Fremdsprache und hat ihren Studienabschluss, Master of Arts, 2011 an der Universitá di Modena gemacht. Ihr Studium der Migrationswissenschaften hat sie an der Donauuniversität Krems mit dem Titel Akademische Expertin 2014 beendet.

Ort: Leibnitz, Südsteiermark Daten: 02.& 03.10.2022,

Kosten: € 200,- UnterstützerInnen/Geringes Einkommen: Kostenlos

Mehr INFOS hier: Frauen schreiben im Freiraum Eva Surma