Workshopreihe: Zur Sprache kommen – Birge Krondorfer

Es werden drei 1 ½ -tägige Seminare für Autorinnen und weitere Interessentinnen angeboten, die in Folge oder auch einzeln besucht werden können. Es geht dabei um ein Basiswissen zur Entwicklung von Geschlechtertheorien seit den 1970er Jahren bis heute.

Seminar 1: Geschichte der Zweiten Frauenbewegung – 23.07.2022 & 24.07.2022

Empörung und Aufstand von Frauen gegen ihre entwürdigenden Lebensbedingungen haben Ende der 1960er/Anfang 1970er Jahre international die Autonome Frauenbewegung auf die Welt gebracht. Als Zweite, bzw. Neue Frauenbewegung hat sie Geschichte gemacht, denn von dort aus nahm alles, was unter Feminismus, Frauen- und Genderpolitik/bewegungen fassbar ist, seinen Lauf. Eine epochale Entdeckung war die Erweiterung des Verständnisses von Politik und Öffentlichkeit: ‚Das Private ist politisch’ machte nicht nur eheliche Gewalt, Zwangsschwangerschaft und häusliche Arbeitspflicht zu einem Politikum, sondern öffnete die Perspektive auf das Patriarchat als eine allumfassende Männerherrschaft.

In dem Seminar wird die Entwicklung der westlichen Frauenbewegungen nachgezeichnet und diskutiert.

Seminar 2: Divergierende feministische Strömungen – 04.03. 2023 & 05.03.2023

In den Frauenbewegungen kristallisierten sich verschiedene Ansätze zu feministischen Politikformen- und inhalten heraus: liberale versus sozialistische versus radikal-kulturelle versus poststrukturalistische Feminismen, deren Spannungsbreite chronologisch zu lesen sind und widersprüchlich verschränkt bis heute in diversen Kontexten Geltung beanspruchen. In Paradigmen übersetzt, geht es in der feministischen Ideengeschichte kursorisch formuliert um

Egalitätstheorien, Differenztheorien, dekonstruktive Theorien und Konstruktionstheorien, die jeweils auf unterschiedlichen Geschichts-, Gesellschafts-, Geschlechts- und Weltbildern aufbauen.

In dem Seminar werden diese konträren Annahmen, Herausbildungen und sozialen Wirkungen dargestellt und stehen zur Debatte.

Seminar 3: Geschlechtergerechte Sprache – 15.04.2023 & 16.04.2023

Wird Sprache als Haus des Seins verstanden, so ist ersichtlich wie wesentlich die Sprache für unsere Existenzweisen ist. Sprache ist Verstehen von Anderen, Selbstverhältnis, Welterschließung und -gestaltung zugleich. Sprache als symbolische Ordnung hat selbstredend etwas mit den Unterschieden der Geschlechter zu tun – wie auch immer diese argumentiert werden und wodurch sie gesellschaftspolitisch begründet sind. Deshalb ist es sinnvoll, darüber zu sprechen, wie die nach wie vor hierarchisch strukturierten Unterschiede repräsentiert werden. Feministische – und Gendertheorien haben Mannigfaches und Widersprüchliches zu der Problematik hervorgebracht.

In dem Seminar werden verschiedene Perspektiven der letzten Jahrzehnte zu einem umstrittenen Thema vorgestellt und diskutiert.

Die Seminare werden lektürebasiert, teilnehmerinnenorientiert und selbstreflexiv sein.

Leitung: Mag. Dr. Birge Krondorfer

Sie ist politische Philosophin, frauenpolitisch tätig und Lehrbeauftragte inter/nationaler Universitäten seit 1990 in den Bereichen Philosophie, Gender -, Kultur-, -Politik- und Bildungswissenschaften. Sie ist Erwachsenenbildnerin, hält Vorträge und publiziert in kritischer Perspektive zu Theorien und Praxen der Geschlechterverhältnisse. Sie ist in verschiedenen feministischen Initiativen, Projekten und Arbeitsgruppen ehrenamtlich engagiert.

Ort: 1030 Wien, Frauenbildungsstätte Frauenhetz, Untere Weißgerberstrasse 41

Zeit: Samstag 10:00 – 18:00 und Sonntag 10:00 – 14:00

Durchgehende Anwesenheit wird erwartet.

Teilnehmerinnen: mind. 6 – max. 15 Frauen

Kosten pro Seminar: € 200,- (inkludiert sind Textkopien, Getränke und Snacks)

Ermäßigungen auf Anfrage für Mitglieder/Unterstützerinnen/bei geringem Einkommen

Die Seminare finden in Kooperation mit der Frauenhetz statt.

Anmeldungen laufend und bis spätestens 5 Tage vor Beginn bei: support(at)igfem.at