Lesungen

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 4. bis 7. März 2023 Literaturfestival „störfeuer“

Ende April veranstaltet die IG feministische Autorinnen das Literaturfestival störfeuer, bestehend aus dem zweitägigen Workshop „Schriftstellerinnen im Spiegel der Jahrhunderte. Vom Seifenrezept über Liebeslyrik zum politischen Statement“, der von Elisabeth Hafner gehalten wird, und zwei Lesungstagen, an denen Gertraud Klemm, Sandra Weihs, Jasmin Gerstmayr, Augusta Laar, Dorothea Pointner und Gerlinde Hacker sowie Gewinnerinnen der WeissNet-Ausschreibung aus ihren feministischen Texten vortragen werden. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit den anwesenden Autorinnen und KünstlerInnen, sowie zum allgemeinen Austausch und Netzwerken am Buffet und Büchertisch. Die Lesung wird live auf unserem YouTube-Kanal übertragen.

Weitere Informationen folgen demnächst!

 

Über die Autorinnen und KünstlerInnen

 

Getraud Klemm, geb. 1971 in Wien, aufgewachsen in Baden bei Wien, ist österreichische Autorin. Sie ist Biologin und hat bis 2005 als hygienische Gutachterin gearbeitet. Viele ihrer Texte wurden mit Auszeichnungen gewürdigt (u. A. Publikumspreis Bachmannpreis 2014, Longlist des deutschen Buchpreises 2015). 2020 wurde ihr der Outstanding Artist Award zuerkannt, 2021 der Ernst-Toller-Preis, 2022 der Anton Wildgans Preis. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Niederösterreich.
Romane: Aberland (2015, Droschl), Muttergehäuse (2016, Kremayr & Scheriau), Erbsenzählen (2017 Droschl), Hippocampus (2019, Kremayr & Scheriau). Im Frühjahr 2023 erscheint „Einzeller“ bei  Kremayr & Scheriau.

 

Jasmin Gerstmayr schreibt Lyrik in einem Dialekt, der meist als oberösterreichisch kategorisiert wird, und hin und wieder Kurzprosa. Veröffentlichungen in zahlreichen Literaturzeitschriften, u.a. Morgenschtean, mosaik (online), UND, reibeisen. Sonderpreis AT beim mundartHunderter 22 des unartproduktion-Verlages. Regelmäßige Bühnen-Performance von Dialektlyrik, zuletzt etwa im Rahmen der Poetry Slam Österreich-Meisterschaft 2022. Mitglied der IGfem, GAV und ÖDA. Instagram: jasmin_gerstmayr

Drum san wir Frauen hoid
hauptverantwortlich
fia unsre Kinda
und wir mochn´s
ah oft gern
Nua wia miasn
ah oft plearn
wei unsare
aundaren Träume
vo da Wöd
san so fragil wie
beim Persilwaschgang
de Schäume

(aus dem Gedicht: Nur Mut)

Letzte Nocht
hob i nochdocht
I hob docht
Irgendwos föht ma
und i bin draufkuma
I föh ma söba

(aus dem Gedicht: I geh ma do so o)

Sandra Weihs ist Schriftstellerin und Sozialarbeiterin, Vortragende für Fortbildungen im Bereich soziale Arbeit, Beziehungsarbeit und Gesprächstechniken, Leiterin von Schreibwerkstätten (u.a. für psychisch erkrankte Jugendliche) und arbeitet in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe. 2015 wurde sie für »Das grenzenlose Und« mit dem Jürgen-Ponto-Preis für das beste Debüt ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Stipendien,  zuletzt das Projektstipendium des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport. http://www.sandraweihs.at/

Was geschieht, wenn man einen alten weißen Mann am patriarchalen, bürokratischen System scheitern lässt? Was erzählt uns der Kapitalismus und die durch ihn entstehenden Systemverlierer? Sandra Weihs präsentiert Auszüge aus ihrem Romanprojekt „Der Durchschummler“, für das sie 2022 das Arbeitsstipendium des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport erhalten hat. Die Figur, die in Armut lebt und durch Krankheit aus dem Erwerbsleben ausscheidet, entwickelt eine rebellische Haltung gegenüber dem System, scheitert schlussendlich jedoch mit einem Knall.

Du entdeckst ein neues Gerät in der Obstabteilung. Hier kann man sich einen frischen Orangensaft zubereiten. Du hast Lust darauf und ein unbestimmtes Gefühl sagt dir, du hast dir einen frischen Orangensaft verdient. Also nimmst du dir eine Plastikflasche aus dem Ständer, stellst sie unter den Hahn und drückst den Knopf. Die Orangen rollen über eine Schneise direkt an ein in orangen Kunststoff ummanteltes Messer, es zerteilt sie in zwei Hälften. Im Räderwerk werden sie ausgepresst, dir wird ganz mulmig. Ein bisschen identifizierts du dich mit den Orangen, deren Schalen in einen verborgenen Abfallcontainer fallen.

 

Dorothea Pointner, Autorin. Die Vizepräsidentin der ≠igfem beschäftigt(e) sich in bzw. seit ihrem Studium der angewandten Sprachwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft theoretisch mit feministischer Literatur, bzw. Sprach- und Literaturkritik. Ihr Studium schloss sie 2008 mit der Diplomarbeit: »Die Repräsentation der Literaturnobelpreis-Trägerin 2004 in der österreichischen Tagespresse« ab. Broterwerbe als Projektassistentin und Korrektorin. Publikation von Lyrik und Kurzprosa in Anthologien, Literaturzeitschriften sowie im Rundfunk. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenvereinigung. https://doropointnerblog.wordpress.com/

 

Sprödigkeit, sowie ein ebenso konsequentes Verwerfen jeglicher äußerer formaler Angestrengtheit prägen die Texte und Textcollagen von Gerlinde Hacker. In ihren Texten geht es um Beziehungen, die fast immer in einen gesellschaftlichen Kontext eingebunden sind. Das ist kein einfaches Kommunizieren oder Aneinander-Vorbeireden zwischen Ich und Du, immer sind die Subjekte auch Protagonistinnen einer zerfallenden neoliberalen Ordnung, die alles bestimmend auch noch in den privatesten Winkeln der Einsamkeit ihr Wirkung versprüht. Ihre Sujets reichen vom ironisierenden allgemeinen Gesellschaftsportrait über die Problematik der Generationen- und Partnerbeziehungen hin zu aktuellen politischen Bezügen, die die grotesken Verirrungen einer männlich dominierten Ordnung ins Bewusstsein rückt, nicht zuletzt auch im Kulturbetrieb. Gerlinde Hacker ist Autorin, Künstlerin, Literaturaktivistin und Präsidentin der IG feministische Autorinnen. http://gerlindehacker.com/

Die aus Taiwan stammende Blockflötistin Sheng-Fang Chiu ist sowohl als Kammermusikerin als auch als Solistin auf internationalen Konzertbühnen tätig, zudem widmet sie sich mit großem Engagement ihrer Lehrtätigkeit. Als Solistin konzertiert sie regelmäßig in Europa und Asien und wurde eingeladen, das Tartini Festival in Piran sowie das Bach Festival in Prag zu eröffnen. Außerdem wirkt sie in verschiedenen Kammermusikensembles und Orchestern mit und trat bei Festivals wie u.a. den Salzburger Festspielen, dem Istanbul Music Festival auf und konzertierte regelmässig in Konzertsälen wie dem Wiener Konzerthaus und dem Musikverein Wien. Sie leitete Meisterkurse in Österreich, Deutschland, Taiwan, Südkorea, Tschechien, Iran oder Polen an Universitäten wie der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität oder dem Prague Conservatoire. Seit 2014 unterrichtet sie als Dozentin für Blockflöte und Kammermusik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, und von 2017 bis 2021 als Dozentin für Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig. https://shengfangchiu.com/

Alexander Iwanov ist freischaffender, in Wien lebender Künstler und Kurator. Er arbeitet mit Wörtern, Klängen und Dingen. Vor allem interessiert ihn die Handhabung, die Inszenierung und die Fragwürdigkeit von Wörtern, Klängen und Dingen. Er studierte Physical Theatre an der Accademia Teatro Dimtri in der Schweiz, wo er den Preis ‚Talenthesis‘ für das beste Abschlussstück gewann, Kuratieren in den szenischen Künsten in Salzburg und München und experimentelle und elektroakustische Musik in Wien. Auftritte an der Volksbühne Berlin, Frascati Theater Amsterdam, Campo Gent, Kaitheater Brüssel, Schauspielhaus Wien und anderen internationalen und nationalen Bühnen und Festivals. Seit einigen Jahren liegt ein großer Fokus seiner künstlerischen Arbeit auf der (Er-)findung, Handhabung und Inszenierung von Klängen, Tönen und Geräuschen. Mit diesen gefundenen Klängen und Geräuschen gestaltet er Klanglandschaften fürs Radio, für experimentelle Filme und für Performances und Theaterstücke. Bei Live-Auftritten spielt und improvisiert er mit elektronischen und akustischen Instrumenten, analogen Synthesizern, Effektgeräten und Kassettenrecordern. Vierteljährlich gestaltet und produziert er eine Radiosendung für den Kunstraum Innsbruck.
Radiosendung Kunstraum Innsbruck On Air
Trailer Performance nador after

Gemeinsam performen sie die Klanglesung „störfeuer“. Gerlinde Hacker liest, Sheng-Fang Chiu und Alexander Iwanov interpretieren musikalisch und klanglich die Texte. Alexander Iwanov sammelt und findet Störgeräusche und als Korrespondenz benutzt Sheng-Fang Chiu ihre Instrumente, u.a. Peatzoldflöte, Blockflöten und Renaissance-Traversflöte, um den Augenblick der Gegenwart zu reflektieren und zu realisieren.

Sich nicht daran gewöhnen, an die einzwängenden Rahmen und Normen, an die Zuschreibungen, die Beschwichtigungen. Frauen entwerfen sich selbst, Frauen schreiben die Welt, denn Literatur beschreibt nicht nur unsere Wirklichkeit, sondern baut sie mit – immer ein Stück neu.

 

 

 

Unsere Lesung NarrativA 2.0: unerhört gehört – Feministische Texte von feministischen Autorinnen am 3. November 2022 mit Petra Ganglbauer, Jasmin Gerstmayr, Waltraud Schopf-Suchy, Doro Pointner und Gerlinde Hacker war ein voller Erfolg! Vielen Dank an unsere Kooperationspartner*innen GAV und sprachkunst.xyz, die Bezirksvorstehung Margareten sowie an alle Lesenden und Besucher*innen! Für all jene, die nicht persönlich dabei sein konnten, gibts auf unserem YouTube-Kanal den Stream zum Nachschauen.

 

28. April 2022

 

Am 11. März 2022 organisierte die IG feminstische Autorinnen im Rahmen des Programms um den internationalen Frauentag die Lesung Wimpernschlag – Kahlschlag. Gerlinde Hacker, Dorothea Pointner, Waltraud Schopf-Suchy, Jasmin Gerstmayr und Gerda Sengstbratl lasen aus ihren feministischen Texten, die im Rahmen unserer Schreibgruppen in den letzten beiden Jahren entstanen waren. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit und in den Räumlichkeiten der Frauenhetz statt.